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Gesundheitsminister besucht Landarztpraxis

Manfred Lucha, als Minister für Soziales und Integration auch für das Thema Gesundheit zuständig, nutzte seine traditionelle sommerliche Wahlkreistour, um das Thema „Medizinische Versorgung im ländlichen Raum“ direkt und in der Praxis zu diskutieren. „Praxis“ darf man dabei ruhig wörtlich verstehen: Die beiden Allgemein- und Hausärzte Dr. Hans Bürger und Dr. Beate Bürger, die ihre Praxis in Vogt betreiben, hatten Lucha quasi in die Sprechstunde eingeladen, nachdem sie aus den Medien erfahren hatten, wie sehr ihm das Thema am Herzen liegt. Und Lucha hatte spontan zugesagt.

So saß der Minister beim Gespräch mit einem Patienten von Hans Bürger im Sprechzimmer, ließ sich von Gabi Feser, die seit 37 Jahren in der Praxis arbeitet, die Räume zeigen und diskutierte mit dem engagierten Arzt ausführlich zahlreiche Aspekte der aktuellen Gesundheitspolitik. Bürger, der Vorsitzender der Ravensburger Kreisärzteschaft ist und in der Bezirks- und Landesärztekammer engagiert ist, zeigte sich als überzeugter Verfechter einer ortsnahen Versorgung seiner Patientinnen und Patienten. Er sei sehr froh darüber, dass am Ort ein weiterer Allgemeinarzt und ein Kinderarzt praktizierten, sagte Bürger.

So blieben ihm und seiner Frau auch die Zeit, sich um die Patienten zu kümmern, die nicht in die Praxis kommen können – also, um Hausbesuche zu machen. Im Gespräch mit Manne Lucha befürwortete Hans Bürger die Bemühungen der Politik, jungen Medizinerinnen und Medizinern die Arbeit im ländlichen Raum schmackhaft zu machen. Man könne „aber keinen zwingen“, berichtete er aus langjähriger Erfahrung. Dabei tun seine Frau und er selbst viel, um den Landarzt- und Hausarzt-Nachwuchs zu fördern. So bildet sich derzeit eine Ärztin nach der Familienphase in der Praxis zur Fachärztin für Allgemeinmedizin weiter. Als Lehrpraxis der Universität Ulm hospitieren in der Vogter Praxis außerdem zahlreiche Studierende der Medizin: „Da können wir unsere Arbeit dem einen oder anderen schon schmackhaft machen“, sagt Hans Bürger. Die Bürgers sind zudem in ihrer Freizeit in der Herzsport-Gruppe Vogt aktiv.

„Wenn man im ländlichen Raum eine medizinische Versorgung auf hohem Niveau halten oder noch verbessern will, wird sich die Rolle des Hausarztes ändern“, war sich Lucha sicher: „Sie werden künftig ein zentraler Akteur in einem multiprofessionellen Team sein“, sah Lucha voraus. Pflegedienste, psychosoziale Unterstützungssysteme und medizinische Fachleute müssten vor Ort noch stärker zusammenarbeiten, um einer älter werdenden Bevölkerung auch auf dem Lande eine hohe Lebensqualität zu sichern.

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