alt text

Lucha: kein Notarztstandort im Land wird aufgegeben

Über die aktuelle Gesundheitspolitik im Land hat Manne Lucha, Landtagsabgeordneter aus Ravensburg und Minister für Soziales und Integration auf Einladung des Grünen-Ortsverbands Kressbronn gesprochen. Angesichts der Diskussion im ganzen Land über die Zukunft vor allem kleinerer Kliniken sicherte Lucha zu, dass auch bei einer möglichen Zusammenlegung von Krankenhausstandorten kein einziger Notarzt-Standort im Land aufgegeben werde. Die Notfallversorgung der Bevölkerung sei auch weiterhin gewährleistet.

Bei der von der grünen Kressbronner Gemeinderätin Siliva Queri und dem Bundestagskandidaten des Bodenseekreises Markus Böhlen moderierten Veranstaltung verwies Lucha vor allem auf die Erfolge grüner Gesundheitspolitik, thematisierte aber auch ausführlich die bevorstehenden Herausforderungen. Angesichts des demografischen Wandels, einer alternden Gesellschaft und des immer weiter schreitenden medizinischen Fortschritts verliere die Akutmedizin gegenüber der Behandlung chronisch-degenerativer Erkrankungen zunehmend an Bedeutung: „Der baden-württembergische Mann ist der erste bundesweit, der im Durchschnitt über 80 Jahre alt wird“.

Gesundheitspolitik dürfe deshalb nicht nur „kurativ“ ausgerichtet sein, also an der Heilung bereits Erkrankter, sondern müsse Maßnahmen zur Gesunderhaltung noch stärker betonen und fördern. Damit dies möglich werde, müsse „sektorenübergreifend“ gedacht und gehandelt werden. Angebote der Gesundheitsförderung und Prävention, der stationären und ambulanten Heilbehandlung, der Pflege, der Palliativmedizin und des bürgerschaftlichen Engagements sollen einander sinnvoll ergänzen und zum Wohl der Patientinnen und Patienten besser ineinandergreifen als bisher.

Lucha verwies in diesem Zusammenhang auf die Modellprojekte zur sektorenübergreifenden Versorgung in den Landkreisen Reutlingen, Biberach und Ravensburg, bei denen unter anderem sämtliche ambulanten, teilstationären und stationären Angebote eines ganzen Landkreises unter der Fragestellung analysiert worden seien, ob sie sinnvoll aufeinander abgestimmt seien. Er sei „sehr enttäuscht gewesen, dass damals der Bodenseekreis nicht mitgemacht hat“, bekannte Lucha. Aus der Auswertung der Modellprojekte könnten künftige Maßstäbe zur Versorgungsplanung in den Landkreisen abgeleitet werden. Besondere Bedeutung maß Lucha den lokalen und regionalen Gesundheitskonferenzen bei, deren Aufgabe es unter anderem sei, herauszufinden, „welche Angebote wirklich notwendig sind und wie sie optimal aufeinander abgestimmt werden können“.

zum grünen Landesverband Baden-Württemberg
http://fluechtlinge.gruene-landtag-bw.de/
http://www.gruene-landtag-bw.de/fileadmin/media/LTF/bawue_gruenefraktion_de/familienseite/index.html