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Viele gute Gründe für soziale Berufe

Eine Grundsatzrede zur Bedeutung und zur Zukunft sozialer Berufe hat Minister Manne Lucha zur Einweihung der Schulen für Arbeitserziehung, Heilerziehungspflege und Heilerziehungsassistenz des Diakonischen Instituts für Soziale Berufe in Ravensburg-Weißenau beigesteuert.

Das Diakonische Institut für Soziale Berufe hatte den bisherigen Standort Wilhelmsdorf, die dortige Gotthilf-Vöhringer-Schule, nach 45 Jahren aufgegeben. Zur Erinnerung daran lautet die Adresse der neuen Schule in Ravensburg-Weißenau nun Gotthilf-Vöhringer-Weg 1. Lucha verwies zunächst auf die Anstrengungen der Landesregierung, um soziale Berufe weiter voranzubringen. Denn auch hier sei der Fachkräftebedarf hoch. „Das Ministerium für Soziales und Integration fördert die Schulen in privater Trägerschaft, die Ausbildungen für Sozialberufe anbieten, als Ersatzschulen nach dem Privatschulgesetz. Landesweit wurde im Jahr 2017 Landesmittel in Höhe von rund 3,2 Millionen Euro für die Arbeitserziehung, rund 11,5 Millionen Euro für die Heilerziehungspflege und rund 1,8 Millionen Euro für die Heilerziehungsassistenz bewilligt und ausbezahlt; insgesamt also etwa 16,5 Millionen Euro, die wir in die Ausbildung in diesen drei sozialen Berufen investieren“.

Das zahle sich aus, so Lucha, denn: „Die Zahlen der Schülerinnen und Schüler in den Berufen Arbeitserziehung, Heilerziehungspflege und Heilerziehungsassistenz haben in den letzten Jahren ständig zugenommen. So waren es im Jahr 2016 noch 3.193 Schülerinnen und Schüler, im Jahr 2017 sind es 3.404 Schülerinnen und Schüler, die eine Ausbildung in diesen drei Bereichen in Voll- oder Teilzeit absolvieren.

Diese Berufe hätten aus mehreren Gründen Zukunft, sagte Lucha. „Eine Ausbildung in pflegerischen und sozialen Berufen bietet gute Arbeitsperspektiven und einen zukunftssicheren Arbeitsplatz“. Und: „Man kann in diesen Berufen so viel geben. Und man kriegt so viel zurück“. Außerdem schreite die Akademisierung der Pflegeberufe voran und eröffne zahlreiche Aufstiegsmöglichkeiten, die vor einigen Jahren noch nicht denkbar gewesen wären.

Dem Neubau und seinem Schulträger attestierte Lucha: „Mit seinen zahlreichen Angeboten leistet das Diakonische Institut für Soziale Berufe hier vorbildliche Arbeit. Sie übernehmen Verantwortung für Menschen in den unterschiedlichsten Lebenslagen und helfen ihnen, ein möglichst normales Leben zu führen“.

Lucha verwies darauf, dass das neue Bundesteilhabegesetz als Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention, das im Jahr 2020 in Kraft treten wird, „das gesamte System der Leistungen für Menschen mit Behinderung umgestalten“ wird. Das habe auch tiefgreifende Auswirkungen auf die Ausbildungsgänge an dieser Schule: „Bisher kam für Menschen mit Behinderung, die viel Unterstützung benötigen, im Prinzip nur die Betreuung im Heim in Betracht. Das Gesetz vollzieht hier eine Kehrtwende“, so Lucha: Das Recht auf Teilhabe und ein möglichst selbstbestimmtes Leben stünden nunmehr im Mittelpunkt. Nicht mehr das „Standardangebot einer Einrichtung“ sei künftig gefragt. Die Unterstützungsleistungen würden vielmehr individuell auf den Einzelnen zugeschnitten: „Und sie müssen dann erbracht werden, wenn der Berechtigte sie auch braucht. Das Prinzip der Begegnung auf Augenhöhe wird hier klar und auch rechtlich verankert. An die Adresse der Lehrenden und Lernenden der neuen Schule sagte Lucha: „Umgesetzt wird dieses Prinzip nur dann, wenn das Fachpersonal es auch verinnerlicht. Hier kommt den Schulen für Soziale Berufe eine wichtige Bedeutung zu: Sie müssen diese Prinzipien, diese Grundlagen für eine Begegung auf Augenhöhe, in der Ausbildung vermitteln“.

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