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Ehrenamt-Messe ist Spiegel einer engagierten und bunten Stadtgesellschaft

Ein traditionelles Element der Eröffnungsfeiern bei einer Messe ist der Rundgang der Promis an den Messeständen. Die Fotografen und Kameraleute kriegen ihre Bilder, die Reporter ihre Zitate und O-Töne. Und die Prominenten probieren Leckereien, drücken auf Startknöpfe oder fahren mit der Feuerwehrleiter hoch und runter. Der Rundgang zur Eröffnung der zweiten Ehrenamt-Messe in Ravensburg folgte dieser Tradition, dennoch war er ein bisschen anders, vor allem war er länger als üblich. Das hatte einen einfachen Grund: Manne Lucha, Minister für Soziales und Integration, der die Messe eröffnet hatte, war Jahrzehnte lang als Kommunalpolitiker in seiner Wahlheimat Ravensburg aktiv, bevor er Minister wurde. Deshalb begrüßte er an so gut wie jedem Stand jemanden persönlich und die Leute begrüßten ihn.

137 Stationen in und vor der Halle waren zu absolvieren. Die Freunde der Räuberhöhle wollten genau so ein Foto mit dem Minister wie die Ehrenamtlichen der Bewährungshilfe. Am Stand der Magier bekam er eine aus Luftballons geformte Schlange geschenkt, die er an die Kinder vom Sinti-Power-Club gleich weiterschenkte. Bei der „Blaulicht-Familie“ draußen vor der Halle waren Pferde zu streicheln. Feuerwehr, Johanniter, Malteser und Rotkreuzler kamen mit ihm ins Gespräch. Zwischen der Deutsch-Chinesischen Gesellschaft und dem Verband Christlicher Pfadfinderinnen war Zeit, um am Stand der Schule für Sehbehinderte ein Spiel auszuprobieren. Die Veranstalter der Afrika-Tage drückten dem Minister ihren Flyer in die Hand, genauso wie der Verein „Keine Waffen vom Bodensee“ oder die Genossenschaft für Jung und Alt.

Es war diese Buntheit, diese große Vielfalt einer Stadtgesellschaft, die Lucha und Oberbürgermeister Dr. Daniel Rapp zuvor in ihren Eröffnungsreden als vorbildlich bezeichneten. „Ehrenamtliche suchen keinen Vorteil, wollen kein Geld, denken nicht an die eigene Karriere, sind nicht egoistisch, kümmern sich dort, wo andere wegsehen, laufen dorthin, wo andere weglaufen“, sagte der Minister. Damit Ehrenamtliche ihr Engagement leben können, braucht es Hauptamtliche, darauf wies Lucha deutlich hin. Die Fachstelle Bürgerschaftliches Engagement der Stadt Ravensburg, deren Mitarbeiterinnen Lucha besonders lobte, sei unverzichtbar, um Ehrenamt wirksam zu organisieren. Sein Ministerium fördere deshalb aus zahlreichen Töpfen die Strukturen, die ehrenamtliches Engagement in Städten und Gemeinden möglich machen. Auch die Ehrenamts-Messe selbst sei mit 25.000 Euro gefördert worden.

Gleich zu Beginn seiner Rede ging Lucha auf das ebenfalls in der Oberschwabenhalle stattfindende Konzert der Gruppe „Freiwild“ ein. Während die Halle für die Ehrenamt-Messe genau der richtige Ort sei, weil sie die große Vielfalt und Toleranz einer selbstbewussten Bürgerschaft zeige, sei die „Lieblingsband der Identitären“ eindeutig fehl am Platz. Er hoffe, dass zu diesem Konzert möglichst wenig Leute kämen, sagte Lucha unter dem Beifall zahlreicher Gäste. Zuvor hatte sich die Gemeinderatsfraktion der Grünen in einem Fernsehbeitrag klar gegen das Konzert positioniert.

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