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Lucha fordert bei Herbstversammlung der Elektro-Innung Verbesserungen bei Duldung und Zuwanderung

Eine doppelte Premiere erlebte die traditionelle festliche Herbstversammlung der Elektro-Innung Ravensburg. Mit Manne Lucha habe man zum ersten Mal „einen Minister und einen Grünen“ als Hauptredner des Abends eingeladen, begrüßte Obermeister Armin Jöchle die zahlreich erschienenen Kollegen aus dem ganzen Landkreis auf der Veitsburg.

In seiner kurzen Begrüßung hob der Obermeister die Bedeutung der Innung für die Region hervor. Die 90 Mitgliedsbetriebe erwirtschafteten mit rund 900 Beschäftigten insgesamt 145 Millionen Euro Jahresumsatz und engagierten sich auch bei der Beschäftigung von Geflüchteten Damit, so Jöchle, „tragen unsere Innungsbetriebe zur Integration der Zugewanderten in die Gesellschaft bei“. Außerdem werden derzeit 150 junge Menschen in den Betrieben der Elektro-Innung Ravensburg ausgebildet. Jöchle appellierte an den Minister, sich für qualifizierte Einwanderung einzusetzen. Angesichts der komplizierten Rechtslage bräuchten die Unternehmen bei der Beschäftigung Geflüchteter die Unterstützung der Politik - und weniger statt immer mehr Bürokratie.

Lucha ging in seiner Rede ausführlich auf die Forderungen des Obermeisters ein. Im Bundesgesetz zur Duldung und Beschäftigung, das im kommenden Jahr in Kraft treten wird, seien „die Schwellen so hoch, dass viele, obwohl sie sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind, dennoch keinen sicheren Status haben“. Auch das kommende Fachkräfte-Einwanderungsgesetz der großen Koalition werde die Verantwortlichen in den Betrieben enttäuschen, so Lucha. Es sei sehr bürokratisch. Integrationspolitische Begleitmaßnahmen fehlten dagegen. Dabei seien gerade diese Begleitmaßnahmen unerlässlich.

Lucha verwies auf die mehr als 1.200 Integrationsmanager in Baden-Württemberg, die jeden Geflüchteten auf seinem Weg in die hiesige Gesellschaft individuell begleiteten. Während es weltweit gesehen zwischen 10 und 20 Jahren dauere, bis ein geflüchteter Mensch auf dem Arbeitsmarkt seiner neuen Heimat Fuß fasse, „kriegen wir das hier in Baden-Württemberg mittlerweile in drei Jahren hin“, betonte Lucha: „Von den zwischen 2014 und 2016 Geflüchteten, die nach Baden-Württemberg gekommen sind, sind inzwischen 35 Prozent in sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen“. Das habe kein anderes Bundesland in Deutschland geschafft. Lucha führte dies aber auch auf die hohe Hilfsbereitschaft und Ausbildungsquote der Innungsbetriebe zurück und lobte deren großes gesellschaftliches Engagement ausdrücklich. Auch künftig sei Baden-Württemberg auf Arbeitsmigration angewiesen. Deswegen setze er sich weiterhin für Verbesserungen und Vereinfachungen bei Duldung und Einwanderung ein.